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Borneo

 
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nici (33) Geschlecht: Weiblich
Moderatrice


Dabei seit: Jan 04
Beiträge: 912
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: Sa, 05.04.08, 01:51    Titel: Borneo Antworten mit Zitat

Wir trekken auch vom 25.04.-19.05.08 durch Borneo.

Hier unsere Reiseroute als Tip - und für jeden der zu dem Zeitpunkt in der Nähe oder auf Borneo ist: "viel Spaß"...oder dachtest Du jetzt ernsthaft das ich in soweit weg fliege um womöglich noch PBer zu treffen *tzzzz*. Neeee Barbie Smile

Wir fliegen ab Paderborn über Frankfurt nach Kuala Lumpur und von dort aus mit AirAsia nach Kuching.

Unsere Route für Borneo:
3 Tage Kuching / Bako Nationalpark
4 Tage Kota Kinabalu / inkl. Besteigung Mount Kinabalu
4 Tage Ausspannen und Golfen im Shangri Las Tajung Aru Resort
4 Tage Sepilok und Sukau (Orank Utan Reha Center + diverse Regenwaldtouren)
1 Tag/Abend Tawau
8 Tage Mabul Resort: Tauchen auf Mabul + Kapalei + Sipadan
1 Nachmittag Kuala Lumpur
...und dann ..heul...schluchzzz...wieder zurück nach Frankfurt..

War schon mal jemand da und hat Tippes?
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Nobby (27) Geschlecht: Männlich
Admin a.D.


Dabei seit: Nov 02
Beiträge: 8026
Wohnort: Heidelberg

BeitragVerfasst am: So, 06.04.08, 14:48    Titel: Antworten mit Zitat

Kriegen wir wieder Reiseberichte? Smile

cu.
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come on sucker, lick my battery.
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nici (33) Geschlecht: Weiblich
Moderatrice


Dabei seit: Jan 04
Beiträge: 912
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: Mo, 28.04.08, 16:32    Titel: Borneo Kuching + Bako Nationalpark Antworten mit Zitat

Flug PB-FRA Hin und zurueck= 96 Euro
Flug Malaysia Airlines: FRA-KUL= 600 Euro
Flug Asia Airlines: KUL - Borneo\Kuching=20 Euro

Liebe Gruesse aus Borneo,

vorgestern sind wir in Kuching gelandet. Der Name ist Programm. In der ganzen Stadt sind Katzendenkmaeler. Unglaublich kitschig, aber das ist nicht das erste mal das ich von dem asiatischen Hang zum Kitsch beeindruckt bin. Die Stadt hat 500.000 Einwohner und die Menschen hier sind im Schnitt so gross wie ich, aber maximal!

Gestern und heute haben wir im Bako Nationalpark Tiere beobachtet und sind gewandert. Probiert das unbedingt mal aus. Im Regenwald wandern. Das ist unglaublich. Diese wahnsinnig hohen Baueme, die Geraueschkulisse und aufeinmal stehst Du an einem komplett vereinsamten Strand und denkst nur Du waerst im Paradies (dumm nur das dieses Paradies keine Abholung beinhaltet und Du den ganzen Weg anstrengend zurueck klettern darfst). Wenn ihr diese Straende sehen wuerdet, das ist so unglaublich! Kalksteinfelsen, Palmen, Mammutbaueme, rankendes Gruen wohin Du nur siehst. Affen toben von Baum zu Baum, Einsiedlerkrebse die am Strand ihre Spuren ziehen, Schmetterlinge beinahe so gross wie meine Hand (ohne Finger Smile)
Mein Mittagessen hat ganze 0.40 Euro gekostet. Cola genauso viel, nur Bier schlaegt hier mit 1.60Euro (Tiger Bier) immer etwas hoeher an. Im Restaurant ist man fuer rund 6 Euro das teuerste von der Karte (Rumpsteak mit Kartoffelgedoens und Ge"miese"). Die Preise in Asien erweisen sich mal wieder als sehr sehr guenstig. Auch der Bus lag mit 0.40Euro= 2 Malaysische Ringit fuer 35 km absolut im gruenen Bereich. Okay, er hat keine fuehlbaren Stossdaempfer und der Fahrer hat natuerlich waehrend der Fahrt auch mal was besseres zu tun, als staendig auf die Strasse zu sehen, aber das ist eben asiatische Gemuetlichkeit.

Heute in den fruehen Morgenstunden haben wir Langnasenaffen und Makaken beobachtet. War schon lustig, wie Dich so gegenseitig aus den Bauemen dreschen, wenn es ums Futtern geht. Insgesamt sind sie jedoch eher gesellige Zeitgenossen und treten meist in Gruppen auf. Die Langnasen sind eher scheu, die Makaken sind dreist und bissig. Letztere haben sind auch in unsere Huette eingestiegen, als wir auf einer Tour waren und haben die guten Kaesecracker geklaut. Den Apfel haben sie auch mitgehen lassen, aber die gute Sony Kamera haben sie dankbarer Weise liegen gelassen, genau wie...man hoere und staune, die Bananen!

Ein bisschen doof ist, das hier sehr viele Semi Senioren Trekker unterwegs sind (40-55). In unserer Altersklasse gibt es zwar auch einige, aber in Thailand war das irgendwie einfacher und am Abend eben gesellig am Strand chillen...das kommt hoffentlich hier bald noch.

Ansonsten hier noch mal ein kleiner Ueberblick ueber die Kosten:
Softdrinks: 0.40 Euro
Wasser 1.5l: 0.30 Euro
Fruehstueck: 0.40-0.80 Euro
Abendessen inkl Getraenke: 1-4.50 Euro
McFlurry: 1 Euro
Mces Burger: 0.80 Euro
Taxi 40 km: 7 Euro
Bootsfahrt 30 min: 1-3 Euro
Uebernachtung im Hostel inkl. Fruehstueck und Klima: 4-8 Euro
Hilton Hotel: ab 20 Euro p. Pers. Uebernachtung \ Fruehstueck
Mueckenstiche: kostenlos und richtig fies

Wenn ihr Fragen habt, fragt so lange ich noch hier bin Smile (18.05)
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pornomirko (32) Geschlecht: Männlich
Stadtbekannt


Dabei seit: März 04
Beiträge: 849
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: Mo, 28.04.08, 18:07    Titel: Antworten mit Zitat

nici hat folgendes geschrieben:

Wenn ihr Fragen habt, fragt so lange ich noch hier bin Smile (18.05)



Frage : Kannst Du mir bitte eine Stange Marlboro (...die roten...) auf´m Heimweg aus nem Duty-Free-Shop mitbringen????!?!?!!??? ---> DAS WÄR SUPER !!!!
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Erst wenn die letzte Öl-Plattform versenkt ist und die letzte Tankstelle geschlossen hat, dann wird wohl jeder merken, daß Greenpeace nachts kein Bier verkauft!!!
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nici (33) Geschlecht: Weiblich
Moderatrice


Dabei seit: Jan 04
Beiträge: 912
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: Sa, 03.05.08, 08:35    Titel: Kota Kinabalu Antworten mit Zitat

Lieben Gruss aus Kota Kinabalu.

Wir sind von Kuching weiter nach Kota Kinabalu gereist. Unser Hotel in der ersten Nacht was das Tune Hotel. Es hat uns ganze 1.60Euro fuer ein DZ inkl. LCD Fernseher und Venti gekostet. Dieses Hotel ist so ausgelegt das man alles einzeln zu buchen muss, was man noch so benoetigt. Handtuecher, Klimaanlage etc. Da wir eh nur fuer die Nacht hier waren haben wir nichts besonderes gesucht und dafuer ein 3 Sterne Hotel bekommen. Die Mitarbeiter waren tiptop freundlich und hilfsbereit. In einem nahe gelegenen Seafood Restaurant waren wir dann abends essen (3 Personen inkl. Getraenke, Nachtisch und ueppiges Menue mit Fisch und Chicken= 20 Euro). Hier sind anscheind nur Lokalmatadore zum Essen bekannt, so dass wir ca. 1,5 Stunden von ca. 5 Angestellten beim Essen beobachtet wurden.

29.04.-02.05. Summit Trail Mount Kinabalu Trek

Am 29. 04. sind wir vom Tune Hotel zu unserer Bergtour abgeholt worden (p.Pers. 270 Euro kein Schnapper aber ein Standartpreis). Unser Guide fuer den ersten Tag Lilly stand puenktlich mit Fahrer bereit um uns abzuholen. Nach einem kurzen Stop an einem Aussichtspunkt, und einem ersten 1stuendigen Regenwaldrundgang, kamen wir nach 1.5 Stunden an der Mountain Lodge an. Am Spaetnachmittag folgte noch ein Besuch eines Infozentrums das uns ueber die unterschiedlichen Pflanzen und Tiere am Kota Kinabalu aufklaerte. Am Abend haben wir eigenstaendig versucht im anliegenden Wald Tiere aufzuspueren. Unser Versuch ins Dickicht zu kommen, um ein Gerauesch in den Baumkronen zu ergruenden endete schlammig.

Am naechsten Tag (1.5.) ging es von 1.800 Meter auf 3.272 Meter hoch zur Berghuette Laba Ratan Guesthouse.
Der Aufstieg war schweisstreibend, aber okay. Es waren nur 6 km, aber im Durchschnitt eben 25% Steigung bei insgesamt 1.500 Hoehenmeter + ca. 7 kg Gepaeck.
Die Regen- und Nebelwaelder sind beeindruckend und die verschiedenen Vegetationsstufen bis zur Huette hoch sehr unterschiedlich. Die Luft wird ab 2.000 Meter auffaellig duenner. Ab ca. 2.500 Meter verstummt das Summen und Piepen der Tiere und auch das Rauschen der Wasserfaelle stellt sich ein. Der Regen ab ca. 2.900 Meter macht den Aufstieg noch schwieriger. Gestartet sind wir um ca. 9 Uhr, gegen 14 Uhr kommen wir an. Das Fotografieren kostet zwar Zeit ist aber eine angenehme Form, sich kurz aus der Affaere zu ziehen um die angestrengten Beine zu entspannen. Im Guesthouse kommen ca. 150 Leute aus aller Welt unter. Viele Asiaten, einige Europaer und wenige Australier. Irene und Simon aus Sydney berichteten uns ausfuehrlich von ihrer Suedamerika Reise. Sie sind gerade aus Peru vom Inkatrail angekommen.

Gegen 8 Uhr abends gehen wir schlafen, den schon um 2 Uhr wird der Wecker wieder den Tag einlaueten. Um 02:45 Uhr beginnt die 2. Etappe, der Aufstieg auf die Bergspitze auf ca. 4100 Meter (der hoechste Berg Sued-Ost-Asiens). An Seilen ziehen wir uns in der Dunkelheit an den nackten Bergwaenden hoch. Die Seile sind nass, der Untergrund teilweise rutschig, die Paesse noch viel steiler als am Vortag, der Schnitt der Steigung betraegt nun 30%. Die 800 Hoehenmeter auf einer Strecke von 2.7 km sind gnadenlos. Im Internet steht immer diese Tour kann jeder machen. Das ist eine Luege. Die Tour ist knallhart, auf der Strecke bleiben viele Leute sitzen und koennen den Sonnenaufgang nicht mehr von der Bergspitze aus sehen. Manchmal kann ich nur noch mit den Kopf schuetteln, wenn ich die Menschen mit Gummilatschen, Sneakers oder aehnlich unangebrachtem Schuhwerk sehe. Es ist meiner Meinung nach unverantwortlich unter welchen Umstaenden hier jeder mitgenommen wird. Der Sonnenaufgang ist traumhaft schoen. Jens, Michael und Simon sind happy und strahlen. Da ich auf den letzten hundert Hoehenmetern von der Hoehenkrankheit erfasst wurde, denk ich nur "jetzt bloss nicht kotzen. Nicht jetzt nicht hier." Wie sieht das denn auch aus. Alle sehen den Sonnenaufgang und denken "soooooo schoen" und ich haeng an der Klippe und uebergebe mich - ne, das bitte nicht. Zum Glueck habe ich noch mal die Kurve geschafft. Ich grinse in die Kamera fuer das Peak-mountain-Foto und schwoere mir, das ich sowas nie wieder machen werde. Nach einer halben Stunde auf dem Berg ist die Sonne vollstaendig aufgegangen und wir frieren wie Hund. Der erste Abstieg zur Berghuette ist nicht anstrengend, geht nur voll auf die Knie. Als wir die Strecke im hellen Betrachten, wird mir wieder uebel. Ich kann es nicht glauben das ich hier fast blind mit LED Stirnlampe hoch gekraxelt bin. Das Fruehstueck tut richtig gut. Ich haette danach nahezu alles gegessen. Der naechsten Abstieg von 6 km und 3.272 Hoehenmetern runter, schaffen wir in ca. 3.5 Stunden. Die Knie sind nun am Ende, wir pfeiffen uns Diclofenac gegen die Schmerzen und Entzuendung rein und sind gluecklich. Ein einmaliges Erlebenis und doch erwischen wir uns bereits ein Tag spaeter wieder bei dem Gedanken, ob das wirklich die letzte Bergtour gewesen sein sollte....

02.-06.05.2008
Nun erholen wir uns 4 Tage im Shangri La's Tanjung Hotel. Das Fruehstueck dort ist unglaublich vielfaeltig. Es wurde fuer europaeische, australische, amerikanische indische und viele andere asisatische Geschmaecker ausgerichtet so das dabei ein derartig grosses Buffet angerichtet wird das ich heute morgen nicht wusste wo ich anfangen sollte. Ansonsten ist das Hotel extrem teuer. Eine Dose Bier kostet im Hotel rund 5 Euro. Bier ist hier sowieso sehr teuer, aber das sprengte wirklich den Rahmen. Die Nacht kostet hier pro Person 50 Euro.

Die Waesche lassen wir ausserhalb im Laundry Service waschen. Im Hotel sollte ein T-Shirt 15 Ringit kosten (pervers teuer!), hier im einheimischen Viertel zahlen wir fuer 2 volle Tueten (ca. 3 kg) ganze 20 Ringit. Das sind etwa 4 Euro. Diese Waschbutzen sind wirklich ordentlich. Ich hatte in Kuching ein Shirt waschen lassen, da fehlte hinterher der Schriftdruck auf der Vorderseite Laughing Da wo vorher Studio 54 stand steht jetzt nur noch Studio Laughing

Preise (1 Ringit= 0.2 Euro)
Waesche waschen= 3 Ringit
Internet Nutzung= 3 Ringit / Stunde
4 GB Kingston USB 2.0= 11 Euro
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nici (33) Geschlecht: Weiblich
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BeitragVerfasst am: Sa, 10.05.08, 12:17    Titel: Borneo Reisebericht: Sepilok und Sukau Antworten mit Zitat

Hallo und viele Gruesse aus Tawau (dort sind wir heute gelandet)!

Das Shangri La Hotel in Tanjung Aru (Stadtteil von Kota Kinabalu) ist wunderbar zum relaxen, wurde uns aber nach 4 Tagen auch schon ein bisschen langweilig. Das Beste am Hotel waren die Sonnenuntergaenge am Strand und das geniale Fruehstuecksbuffet! Das Highlight in Tanjung Aru war ein abendlicher Besuch des Harvest Festival im Sutera Harbour Hotel. Dort konnten wir eine beeindruckende Show sehen, in der etwa 2 Stunden lang von einheimischen Stammesangehoerigen in bunten und sehr aufwendig gestalteten Kostuemen musiziert und getanzt wurde. Zu guter Letzt wurde daraus eine ausgelassene Party, bei der auch die Besucher in den Tanz mit einbezogen wurden. Wir durften anschliessend, quasi als Vertreter der wenigen anwesenden "Langnasen", noch einen Kommentar fuer das lokale Fernsehen abgeben.

Anschliessend ging es mit dem Flieger nach Sandakan und vom dortigen Flughafen aus direkt zum Sepilok Natural Resort. Direkt nebenan liegt ein Orang Utan Reservat, in dem wir eine Fuetterung der Orang Utans angesehen haben. Etwa anderthalb Stunden haben wir den Menschenaffen und einigen munteren Makaken beim Futtern und Herumturnen zugesehen und dabei viele Fotos und Videoclips geschossen.

Die folgenden zwei Tage verbrachten wir in der Sukau Rainforest Lodge. Diese liegt direkt am Ufer des Flusses Kinbatangan und ist nur zu Fuss und per Boot zu erreichen. Von Sandakan aus fuhren wir mit dem Schnellboot ca. drei Stunden den Fluss hinauf. Das Boot erreicht dabei auf dem Fluss ca 65-70 km/h und legt sich in die Kurven, wie ein Motorrad. Die Fahrt hat richtig Spass gemacht!

Auf halber Strecke hielt das Boot an einem kleinen Dorf. Dort sind wir ausgestiegen und hatte Gelegenheit, wie die Einheimischen hier Wohnen. Alle Gebaeude sind auf Holzpfaehlen errichtet, da der Wasserpegel des Flusses nach starken Regenfaellen schnell mal um einen Meter steigt. Als wir dort waren, konnten wir das eindrucksvoll selbst erleben: wir mussten durch das Dorf waten, weil saemtliche Fusswege ausser den Holzstegen unter Wasser lagen. Das Wasser ist braun und undurchsichtig und so war es zunaechst eine Ueberwindung, barfuss hinein zu steigen und los zu stiefeln. Gluecklicher Weise reichte das Wasser nur knapp ueber die Knoechel... Den Namen des Dorfes haben wir schon wieder vergessen. Es hat vielleicht 300 Einwohner und eine kleine Schule. Alle Bewohner sind Fischer und leben von dem, was sie aus dem Fluss fischen.

In der Sukau Rainforest Lodge angekommen (die gesamte Anlage steht ebenfalls auf Hoelzpfaehlen) wurden wir von Winston Marshall begruesst, dem "resident naturalist". Winston ist ca. 70 Jahre alt und wurde in einer ehemaligen britischen Kolonie in Birma als Sohn eines britischen Kolonisten und einer Einheimischen geboren. Er ist ein echtes Original und weiss offenbar so gut wie alles ueber den Dschungel. Sein Humor ist sehr erfrischend und er kann jedem Spruecheklopfer locker Kontra geben Smile

Die Lodge ist vollstaendig dem Oeko-Tourismus verschrieben und auch dementsprechend konzipiert. Es gibt Solaranlagen fuer die Warmwasser-Aufbereitung. Trinkwasser ist immer reichlich vorhanden, denn es gibt fast taeglich einen ordentlichen Regenguss. (Einer davon hat uns gleich auf der ersten Bootstour in den Auslaeufern des Kinabatangan erwischt und innerhalb kuerzester Zeit waren wir bis auf die Haut durchnaesst. Schlauere Menschen hatten sich Regenjacken mitgebracht, unsere lagen auf dem Zimmer...) Muell wird sauber getrennt und regelmaessig mit dem Boot zur ordnungsgemaessen Entsorgung in die Stadt gebracht. Der Stromgenerator ist auf dem neuesten Stand der Technik und, um die umliegende Natur moeglichst wenig mit Laerm zu belaestigen, elastisch gelagert und extrem gut gedaemmt. Obwohl er recht nah bei den Unterkuenften plaziert ist hoert man von dem Generator keinen Mucks.

Am naechsten Tag ging es um 6:30 Uhr auf die Morgen-Tour. Erst mit dem Boot durch die Seitenarme des Flusses, dann zu Fuss weiter durch den Dschungel auf einem schmalen, kaum als solchen zu erkennenden Trampelpfad. Wir sahen sehr interessante Insekten und anderes Getier, so z.B. den Cotton Bug, der aussieht wie ein kleines wandelndes Baumwollbueschel, eine Stabheuschrecke, die aussah wie ein Ast, bevor sie wegflog und ekelerregende Blutegel. Letztere sitzen meistens auf oder unter Blaettern und warten auf ihre Chance, warmbluetigen Saeugern wie uns als mobile Tankstelle zu benutzen. Wir waren zum Glueck diesmal gut vorbereitet, mit langer Kleigung und sogenannten Leach Socks, knielangen, dicht gewebten Socken, die die Egel nicht durchdringen koennen. Wenn sich einmal einer der Blutsauger angedockt, so sollte man ihn auf keinen Fall abreissen, da sonst steckgebliebene Koerperteile des Parasiten zu stark juckenden Entzuendungen und Schwellungen fuehren koennen. Entweder benutzt man Moskitospray, um den Stoerenfired zu vertreiben oder man wartet, bis er voll ist und sich fallen laesst. Ein Blutegel braucht etwa 20-30 Minuten, um sich vollzusaugen. Danach blutet man je nach Groesse des Egels noch zwischen 20 Minuten und 8 Stunden weiter, weil die Viecher ein blutverduennendes Sekret einsetzen, dass die Blutgerinnung verhindert.

Kurz bevor wir vom Boot wieder aufgenommen wurden, hatte Nicole leider grosses Pech: sie rutschte im Schlamm aus und fiel mit der Schulter gegen einen Baumstamm. Zunaechst konnte sie den Arm kaum bewegen und wir dachten, dass es ein Bruch oder ein Baenderriss sein koennte. Ein Besuch beim "Buschkrankenhaus" ein paar Minuten stromabwaerts brachte uns kaum weiter, weil der dortige Arzt ohne Roentgengeraet nicht viel diagnostizieren konnte. Also fuhren wir Nachmittags vom naechsten Dorf aus mit einem Minivan zum Krankenhaus in der Stadt Kinabatangan, etwa eine Stunde Fahrt, groesstenteils ueber loecherige Schotterpisten. Dort versicherte uns ein Arzt nach dem Studium der Roentgenbilder und eingehender Untersuchung, dass alles in Ordnung ist und lediglich eine schmerzhafte Prellung vorliegt. Nun besteht doch noch Hoffnung, dass Nicole in den naechsten Tagen bei der Insel Sipadan ein paar Tauchgaenge mitmachen kann. Momentan ist aber der ganze Oberarm noch blau und man hat uns geraten, in Deutschland nochmal zum Arzt zu gehen...

In der Lodge haben wir noch ein paar interessante Insekten gefunden, darunter eine Gottesanbeterin, die aussieht, wie zwei aneinander geklebte gruene Blaetter. An weiteren Touren konnten wir jedoch leider nicht mehr teilnehmen und haben uns stattdessen lieber ausgeruht.

Die Lodge hat uns trotz Nicoles Unfall sehr gut gefallen. Das Personal ist super (hilfsbereit und freundlich), das Essen war sehr gut und wir haben viel Spass gehabt.

Am naechsten Tag (gestern) ging es dann mit dem Boot wieder zurueck nach Sandakan und Sepilok, wo wir einer weiteren Orang Utan Fuetterung zusahen und dann den Abend gemuetlich im Sepilok Nature Resort ausklingen liessen.

Heute flogen wir dann weiter nach Tawau. Michael hat uns verlassen und den Heimweg ueber Kuala Lumpur angetreten. Wir freuen uns (trotz Nicoles Blessuren) sehr auf das Mabul Island Resort und auf das Tauchen dort.

Bis bald und viele Gruesse aus dem schwuel-warmen Borneo
Nicole & Jens

P.S.: Fotos findet ihr bei Nicoles StudiVZ-Seite!
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