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Robots

 
Robots Regisseur: Chris Wedge Genre: Animation / Familie / Sci-Fi
Darsteller: -
Inhalt: Rodney, der junge Roboter, ist ein großer Tüftler unter der Sonne. Deshalb träumte er schon immer davon, einmal im Leben seinem Vorbild Bigweld die Blechpranke zu schütteln. Nun scheinen seine Träume wahr zu werden. Rodney soll aus der...   mehr
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Autor Nachricht
svenm
Frisch Zugezogen


Dabei seit: März 05
Beiträge: 2
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: Di, 22.03.05, 19:41    Titel: Filmkritik zu Robots Antworten mit Zitat

Der Film "Robots" erzählt eine Geschichte vom Erwachsenwerden im Allgemeinen und dem Glauben an die Erfüllung von Kindheitsträumen im Besonderen:
Rodney Copperbottom, dessen Kleinstadt-Leben vom "Zusammenbau" durch die Eltern bis zur Jugend zunächst in schneller Folge von kurzen Sequenzen dargestellt wird, verlässt nun die Kleinstadt um in der entfernten Metropole "Robot City" das Idol seines kühnen Erfindergeistes zu treffen: Mr. Bigweld leitet als größter Erfinder seiner Zeit einen Mega-Konzern für Robotertechnik, der stets dem Grundsatz "Jeder kann glänzen, egal aus welchem Material er gemacht ist" folgt. Doch der inzwischen resignierende Mr. Bigweld wird zunehmend vom profitgierigen Ratchet verdrängt, der in Robot City mit monströsen Maschinen Jagd auf Roboter-Altmodelle macht, um die eingeschmolzenen Rohstoffe als silbrig glänzende "Upgrades" wiederzuvermarkten und fortan keine Roboter-Ersatzteile mehr zu produzieren. Eine echte Herausforderung für Rodney und seine neu gewonnenen Freunde ...

Das Produktionsteam um Regisseur und Oscar-Preisträger Chris Wedge zaubert hier ein spektakuläres und mitreißendes Abenteuer auf die Leinwand. Die von Blue Sky verwendete Animationstechnik ist herausragend, die Modellierung der Figuren ist gelungen und die Charaktere glaubhaft. Produzent und Produktionsdesigner William Joyce konnte hier seine Erfahrungen aus "Toy Story" (1995) und "Das große Krabbeln" (1998) mit einbringen und erschuf Robot City als Stadt, in der sich das Leben gleich auf mehreren Ebenen abspielt. Alles wurde mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und so kann man selbst bei den auf Nebenschauplätzen agierenden Robotern noch kleine Rostspuren oder abblätternde Farbe erkennen. Obwohl diese kreierte Welt ausschließlich von Robotern bevölkert wird, führt die vielseitige Story den Protagonisten Rodney ("Ersatzteilesohn eines Geschirrspülers") durch viele Facetten menschlicher Gefühle: Resignation, Enttäuschung und Wut aber auch Entschlossenheit, Mut und Freundschaft sind seine ständigen Begleiter.

Die deutschen Synchronstimmen stehen denen aus dem englischen Original (Robin Williams, Halle Berry, Mel Brooks, Jay Leno, ...) an Popularität und künstlerischem Können in nichts nach: Hans-Werner Olm verleiht Madam Gasket, der Mutter von Ratchet (Oliver Kalkofe), etwas Boshaftes; der geübten Stimme von Wolfgang Völz gelingt die Darstellung des meisterlichen Mr. Bigweld mühelos und Michael "Bully" Herbig brilliert als Fender, Handicap-Altmodell und Anführer der Rusties, die mit Rodney (Phillip Moog) Seite an Seite gegen Ratchet´s neue Geschäftsidee ("Warum Dir treu sein, Du kannst schon heute neu sein") vorgehen. Und Tim der Wachmann alias Schlagersänger "Ben" sorgt für die besten Gags in diesem Film. Sarah Connor gab nicht nur der einfühlsamen Robotresse Cappy ihre Stimme, sondern steuerte auch den Hit "From Zero to Hero" bei. Neben weiteren Songs wie z.B. "Tell Me What You Already Did" von Adam Schlesinger stammt die Originalmusik von John Powell, der bereits für andere Vertreter des Genres, u.a. "Chicken Run - Hennen rennen" und "Shrek 1 & 2", komponierte. Egal ob wilde Verfolgungsjagden, Ballet-Tanz auf umherrollenden Bleikugeln, Moonwalk & Breakdance, Wrestling-Einlagen , emotionale Passagen oder die Kreation einer neuen Musikrichtung aus Jazz & Funk ("Junk"): Die abwechslungsreichen Klangwelten passen sich optimal in Story und Animation ein und runden das Gesamtwerk ab.

Chris Wedge und Co-Regisseur Carlos Saldanha unterbrachen die bereits angelaufenen Vorbereitungen zur Produktion von "Robots", um einen Trickfilm über ein wolliges Mammut, einen Tiger mit Säbelzähnen und ein Faultier zu drehen, der in grauer Vorzeit angesiedelt war: "Ice Age" wurde 2002 für den Oscar nominiert und brachte wohl den Anreiz dafür, mit "Robots" in diesem Jahr die begehrte Trophäe auch zu bekommen; ein Wunsch, dessen Erfüllung angesichts des Ergebnisses ihrer Arbeit mehr als gerechtfertigt ist.

Volle Punktzahl für die außergewöhnliche Umsetzung einer scheinbar zeitlosen Geschichte, die bei näherem Hinsehen auch Kritik an dem Jugendwahn und dem vorbehaltlosen Konsum von Markenartikeln in unserer Gesellschaft übt.
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