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Terror in Madrid
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Arne (32) Geschlecht: Männlich
Wahrer Paderborner


Dabei seit: Jun 03
Beiträge: 1261
Wohnort: Brilon / Paderborn

BeitragVerfasst am: Do, 18.03.04, 16:17    Titel: Antworten mit Zitat

@ Phoenix
Obwohl ich mir bei solchen und ähnliochen Reportagen frage ob es denn wirklich so ist, oder ob wir es nur glauben sollen.
Ich kann mir nicht vorstellen, das alle Menschen ihre Kinder nach einem Schema erziehen.
_________________
"Je kleiner das Selbstbewusstsein, desto größer der Schmerz"
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azet (31) Geschlecht: Männlich
Wahrer Paderborner


Dabei seit: Dez 03
Beiträge: 1046
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: Do, 18.03.04, 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Es erziehen bestimmt nicht alle Menschen ihre Kinder nach einem Schema (das hätten manche vielleicht gerne) aber es steht wohl außerfrage dass es in gleichen Kulturen große Ähnlichkeiten in der Art der Erziehung gibt. Obwohl es Unterschiede gibt wage ich doch zu behaupten dass die Menschen in Europa im großen Sinne eine ähnliche/gleiche Erziehung erhalten. Die wiederum unterscheidet sich fundamental von der z.B. in der dritten Welt. Dort wird zwar auch individuell erzogen aber es unterliegt doch wieder einem gewissen größen Schema.
Tatsache ist, dass viele Islamisten Ihren sehr Glauben ernst nehmen. Die Grenzen zum Fanatismus sind schwer zu definieren und es ist schwer zu sagen wie viele dafür sterben würden. Ich denke man (lieber Mavado) sollte das nicht so auf die leichte Schulter nehmen. Du nimmst das locker weil man nix genaueres weiß - und aus genau dem gleichen Grund nehm ich das ganze sehr Ernst. Wenn Du mal schaust wie viele Islamisten überall auf der Welt sind, nicht nur hier in Deutschland, und Du denkst Dir mal ohne irgendwem irgendwas unterstellen zu wollen eine gewisse Prozentzahl an Fanatikern, dann rechne Dir mal aus wie oft man Madrid wiederholen kann.
Ich bin sowieso teilweise ein wenig paranoid, aber ich glaube die Welt steht vor der Schwelle zu einem Krieg der Religionen. Ich sag nicht dass es so kommen muss. Ich sag auch nicht dass wir auf der falschen oder der richtigen Seite sind. Man wird halt da reingeboren. Ich will nur sagen das dass Potential da ist, und das reicht um mir Angst zu machen.
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Phoenix (28) Geschlecht: Männlich
Redakteur & Datenputze


Dabei seit: Jun 03
Beiträge: 4053
Wohnort: State Of Trance

BeitragVerfasst am: Do, 18.03.04, 16:51    Titel: Antworten mit Zitat

Arne hat folgendes geschrieben:
@ Phoenix
Obwohl ich mir bei solchen und ähnliochen Reportagen frage ob es denn wirklich so ist, oder ob wir es nur glauben sollen.
Ich kann mir nicht vorstellen, das alle Menschen ihre Kinder nach einem Schema erziehen.


nein natürlich nicht, aber wenn nur ein paar prozent aller islamisten ihre kinder so erzieht und das umsetzten, reicht das schon für so einiges an unruhe und toten!!
_________________
" But what is trance? Trance isn't a formulaeric kind of computer music, like when you buy one of these keyboards you buy in a toystore and you press 'demo'. Trance is a journey through EDM for me. Play what you like, call it what you like, as long as you can dance to it is what I say!"

#meine kleine aber feine sammlung an silber scheiben#
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Arne (32) Geschlecht: Männlich
Wahrer Paderborner


Dabei seit: Jun 03
Beiträge: 1261
Wohnort: Brilon / Paderborn

BeitragVerfasst am: Do, 18.03.04, 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke weniger an einen "Krieg der Religionen" als einen Krieg der Kulturen.
Ich erinner mich an eine Unterrichtsstunde wärend meiner Oberstufenzeit als unser
Lehrer mal von einer Theorie der Kulturkriege zwischen der weißen, Arabischen und
Asiatischen Kultur sprach. Das alles erinnert mich irgendwie immer wieder an diese
Theorie.

Ich weiß nicht ob ich das ganze locker nehme, aber ich denke das wir das ganze
aus unserer Sichtweise sehen und präsentiert bekommen und die Araber z.B.
aus der ihren. Zudem, wer garantiert denn das wir die volle Wahrheit über alles
und jeden präsentiert bekommen?

Ich denke auch, das sich die Zahl der Terrorakte und deren Ausmaße erhöhen wird
und wir auch noch schlimmeres erfahren werden.

Dazu einige Gedanken:

Das Zeitalter der „kämpfenden Staaten“ scheint allmählichen überwunden zu sein,
viel eher scheint ein Zeitalter der kämpfenden Kulturen angebrochen zu sein.

Konkurrenz und Wettbewerb sind im menschlichen und tierischen Leben unvermeidlich;
so ist unsere Welt konstruiert. Aber die gnadenlose Vernichtung aller tatsächlichen
oder vermeintlichen Konkurrenten ist von der Natur nicht gewollt.

Es bleibt die Hoffnung, dass auch die Bürgerkriege mit fortschreitender Zivilisierung
der Menschheit und mit der zunehmenden Achtung der Menschenrechte eines Tages der
Vergangenheit angehören werden. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg,
der nur über einen wirksamen Internationalen Strafgerichtshof führen kann.

Zivilisationen wurden immer wieder durch Barbaren zerstört, und die nackte Gewalt
haben über das Recht und die Zivilisation triumphiert. Die Versuchung, andere für
sich arbeiten zu lassen, anderen die Reichtümer und Privilegien wegzunehmen,
die Versuchung, dem vermeintlichen Angreifer zuvor zu kommen, wird auch in Zukunft
da sein. Zivilisation bedeutet Dekadenz und mangelnden Selbstbehauptungswillen.
Wir werden niemals vor Barbarei sicher sein.

Was erschreckt und Angst macht ist die Vernichtungskraft und -wille,
die Zunahme der Armut und Gewaltbereitschaft in den unterentwickelten Gebieten
und die Zunahme der Kluft zwischen arm und reich. Die Kriege der Zukunft werden
Kriege um die Rohstoffe und um Territorien sein. Ein wesentlicher Motor der
Kriege wird das rapide Wachstum der Bevölkerung sein und die daraus resultierenden
Verteilungskämpfe sein. Ich fürchte, einen ewigen Frieden wird es nicht geben
– obwohl er für das Überleben der Menschheit von existenzieller Bedeutung ist.

Wer aber die Menschen z.B. beim Autofahren beobachtet, weis eigentlich schon
Bescheid: Es gibt viel zu viele unvernünftige Menschen, die schon um kleiner
Vorteile willen bereit sind, andere zu gefährden und notfalls sogar zu töten.
Da helfen auch keine Appelle an Vernunft und Humanität.



Unter multikulturelle Gesellschaft verstehen ihre Befürworter eine Gesellschaft,
in der die Vertreter unterschiedlicher Kulturen friedlich und harmonisch zusammeleben
und sich durch gegenseitigen Austausch bereichern. Die Gegner der multikulturellen
Gesellschaft verstehen darunter eine Gesellschaft, in der es Spannungen und Kämpfe,
Unfrieden Terrorismus und Gewalt gibt. Entsprechend diesen unterschiedlichen
Einstellungen gibt es auch unterschiedliche Prognosen für die Zukunft der
multikulturellen Gesellschaft.

Nach meiner Einschätzung wird es im Lauf der nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte
(nach einer Übergangsphase) eine Angleichung, ja sogar eine Verschmelzung der
unterschiedlichen Kulturen geben. Aus der multikulturellen Gesellschaft wird in
einer fernen Zukunft die monokulturelle Gesellschaft entstehen.

Warum ?
Weil es innerhalb jeder geschlossenen Gesellschaft und jeder isolierten Gruppe von
Menschen einen starken Hang zur Konformität gibt. Nur so konnten ja die
unterschiedlichen Kulturen sich herausbilden: Ein Stamm oder eine Region war
weitgehend sich selbst überlassen und hat im Lauf der Jahrhunderte eigene Rituale,
eigene moralische und religiöse Vorstellungen und Lebensweisen entwickelt.
Der Zwang zur Konformität innerhalb einer Gruppe oder einer Gesellschaft kann
so groß sein, dass alle, die von der Norm abwichen, stark unter Anpassungsdruck
gesetzt werden, und – wenn dies ohne Erfolg bleibt – verbannt oder getötet werden.
Dies ist ein Grundmuster menschlichen Verhaltens.

Nun ist es aber heute so, dass unser ganzer Planet ein geschlossenes Territorium ist,
dessen Bewohner in einen immer enger werdenden Kontakt treten. Damit wächst auch
der Zwang zu Konformität. Wenn man nämlich nicht gemeinsame Werte; gemeinsame
Interessen und gemeinsame Umgangsformen entwickelt, dann wird dies zu
Missverständnissen und Konflikten bis hin zu Bürgerkriegen und Massakern führen.
Im Grund ist dies ja schon in vielen Teilen der Welt der Fall.

Auf die Dauer können verschieden Kulturen nicht nebeneinander bestehen.
Entweder dominiert eine Kultur und unterdrückt alle anderen, oder die verschiedenen
Kulturen (was oft auch heißt: die verschiedenen Bevölkerungsgruppen und sozialen
Schichten), müssen zu einem Ausgleich und zu einer gemeinsamen Basis kommen.

Es gibt kaum einen Menschen, der in mehr als zwei Kulturen wirklich verwurzelt ist.
Es gibt vielleicht die multikulturelle Gesellschaft, aber es gibt kaum
multikulturelle Menschen. Es gibt meist nur den mono- oder bikulturellen Menschen.
Bikulturell ist ein großer Teil der Intellektuellen der Dritten Welt.
Sie sind in ihrer afrikanischen oder asiatischen Kultur aufgewachsen und haben
ann einen Universität in den USA und Europa besucht. Sie sprechen fließend
Englisch und sind mit der europäischen Kultur vertraut, ja sie sind sogar halbe
Europäer oder Amerikaner. Aber zu Hause sind sie Moslem oder Buddhist usw.

Auf mittlere Sicht werden die Menschen zwei Identitäten haben: man wird Mitglied
der globalen Kultur sein, und man wird Mitglied einer regionalen Kultur sein,
wobei die regionale Kultur wiederum eine spezielle Ausprägung einer nationalen Kultur ist.

Die Basis des zukünftigen Miteinanders der Kulturen wird sein:
1. Toleranz gegen andere Religionen
2. Intoleranz gegen Verletzung der Menschenrechte
3. Gemeinsame Verhaltensnormen im täglichen Miteinander
4. Eine gemeinsame Sprache (vermutlich Englisch)
_________________
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azet (31) Geschlecht: Männlich
Wahrer Paderborner


Dabei seit: Dez 03
Beiträge: 1046
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: Do, 18.03.04, 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Cooler Text Arne! Im großen und ganzen stimm ich auch voll zu! Es gibt hier und da was anzumerken, da es mir aber zuviel zu quoten ist und ich nicht so viel Zeit hab nur folgendes:

Ich denke auch von absolut wichtiger Bedeutung ist ein internationaler Strafgerichtshof. Wenn der allerdings von einer bedeutenden Weltmacht, und nach eigenen Worten Verfechter der Demokratie und der Gerechtigkeit, nämlich Amerika, nicht anerkannt wird, wie soll sowas dann global durchzusetzen sein?

Die Basis und der Standfuß einer jeden Kultur ist im allgemeinen die Religion. Ich hätte genausogut von einem Krieg der Kulturen sprechen können. Da es hier aber um Terrorismus geht und der im allgemeinen einen religiösen Hintergrund hat, habe ich diesen Begriff gewählt.

Wie gesagt Dein Text ist gut, obwohl er eher auf die Globalisierung und die damit verbundenen Folgen eingeht. Ich glaub aber nicht dass der Antrieb der Terroristen mit der Gloabalisierung zusammenhängt. Die ist nicht der Auslöser sondern bietet nur bessere Möglichkeiten so etwas durchzuführen.
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