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Pieces of April - Ein Tag mit April Burns

 
Pieces of April - Ein Tag mit April Burns Regisseur: Peter Hedges Genre: Komödie / Drama
Darsteller: Katie Holmes, Patricia Clarkson, Derek Luke
Inhalt: Längst hat sich Großstadtpflänzchen April Burns (Katie Holmes) von ihrer exzentrischen Familie emanzipiert, um nicht zu sagen entfremdet. Nun jedoch steht Thanksgiving vor der Tür, vielleicht die letzte Gelegenheit, sich mit der schwer...   mehr
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Nobby (27) Geschlecht: Männlich
Admin a.D.


Dabei seit: Nov 02
Beiträge: 8026
Wohnort: Heidelberg

BeitragVerfasst am: Sa, 14.02.04, 07:13    Titel: Pieces of April - Ein Tag mit April Burns Antworten mit Zitat

Diese Filmkritik wird präsentiert vom Kinopolis Paderborn und kino.pader.de.

"Pieces Of April" ist ein Film, der einiger Gewöhnung bedarf. Denn ein ungewöhnlicher Kamerastil, die fehlende musikalische Untermalung und eine scheinbar langweilige Story dürften dem Normalzuschauer, der damit nicht rechnet, zu schaffen machen.

Das größte Problem dieses Films will gleich zuerst genannt werden: Die erste Hälfte ist tatsächlich langweilig! Während man sich nur langsam an den außergewöhnlichen, nahezu dokumentarischen Stil dieses Films gewöhnt, fragt man sich, wann die Handlung endlich anfängt interessant zu werden. Es handelt sich, wie der Titel schon vermuten lässt, um einen Tag im Leben von April Burns, einem Mädchen, dass sich schon früh in ihrem Leben mit Mutter Joy verkracht hat, danach ausgezogen ist, viele unangenehme Phasen durchgemacht hat und die Eltern selbst nach der Krebserkrankung Joys nie wieder besucht hat. Inzwischen wohnt sie mit ihrem Freund Bobby in einer engen Wohnung an der Lower East Side und will sich und ihrer Familie eine letzte Chance geben sich zu versöhnen. Die ganze Sippe (Eltern, Bruder, Schwester & Oma) macht sich nun also auf den Weg, Aprils Einladung folgend, Thanksgiving bei ihr in New York zu feiern. Auf dem Wege dahin lassen sie Aprils Leben Revue passieren und außer ihrem Vater lässt niemand ein gutes Haar an ihr. Währenddessen stellt April fest, dass ihr Ofen, den sie für die Zubereitung des obligatorischen Truthahns vorgesehen hatte, überhaupt nicht funktioniert. Nur halb motiviert, in dem Glauben, dass sie und Joy sich eh wieder streiten werden, sucht sie also bei ihren Nachbarn nach einem funktionierenden Ofen und trifft dabei auf außergewöhnliche, sonderbare, unfreundliche, aber auch nette und hilfreiche Personen, die sie bisher nicht kannte.

In der ersten Hälfte des Films kann man sich also die Wartezeit auf den interessanten Teil des Films entweder mit Lachen oder mit Aufregen vertreiben - beides hat vermutlich dieselbe Ursache: die ungeschickte und nahezu peinlich ahnungslose Handlungsweise Aprils. Wenn man ihr beim notdürftigen Stopfen eines Truthahns oder beim recht gefährlichen Schneiden einer Zwiebel zusehen darf, fragt man sich nicht mehr, warum jemand den Ofen in seiner Küche als Vitrine benutzt.
Aber zum Glück gibt es auch noch andere Humorelemente, zum Beispiel die schwarze Nachbarin oder auch die Mutter Joy. Letztere, sehr überzeugend dargestellt von Patricia Clarkson, ist von Krebs und Chemotherapie gekennzeichnet, enttäuscht von ihrer Tochter April und vom sowieso vom ganzen Leben, heitert sich und den Zuschauer durch bitterböse sarkastische Sprüche auf, mit denen sie aber auch oft die eigene Familie vor den Kopf stößt. Patricia Clarkson bildet hier zusammen mit Oliver Platt als sympathischer Vater das "schauspielerische Rückgrat" dieses Films, während Katie Holmes als April eher blass bleibt und fehlbesetzt wirkt.

Der zweite Teil des Films wird dann interessanter. Denn spätestens wenn Mutter Joy frustriert feststellt, dass sie sich an keinen einzigen schönen Moment mit April erinnern kann, stellt man als Zuschauer fest, dass die Geschichte trotz der eher amüsanten Zwischenhandlungen einen sehr ernsten Hintergrund hat: die Dramatik einer tödlichen Krankheit und einer Familie, die jeden Moment damit rechnen muss, dass ein Mitglied stirbt, sowie die Problematik einer gescheiterten Mutter-Tochter-Beziehung kommt hier voll zur Geltung.

Im Nachhinein fällt einem dann auf, dass der Film viele Details bietet, die einem nicht sofort auffallen. Zum Beispiel ist die von April erwähnte Ähnlichkeit zwischen ihrem Freund Bobby und ihrem Vater wirklich indirekt erkennbar, beide zeigen dieselben Charakterzüge, etc..
Und auch wenn der Handkamera-Stil gewöhnungsbedürftig ist, vermittelt er doch wirklich jedesmal ein unheimliches intensives Gefühl des Realismus. Das wird sogar noch verstärkt durch die ebenfalls gewöhnungsbedürftige Tatsache, dass man bis kurz vorm Ende im ganzen Film keine Musik zu hören bekommt (es sei denn die Charaktere hören Radio). Die einzige Szene mit unterlegter Musik ist eine der letzten, in der dafür kein fortlaufendes Bild mehr gezeigt wird, sondern nur noch eine sehr passende Fotoserie, deren gewünschter Effekt jedoch absolut eintrifft.

Fazit: Ein gewöhnungsbedürftiger Film mit interessanten Charakteren und ungewöhnlicher Grundidee. Doch die schlaffe erste Hälfte gibt deutlichen Punktabzug für diese Tragikomödie.
Note: 5 von 10 Punkten

cu.
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nici (33) Geschlecht: Weiblich
Moderatrice


Dabei seit: Jan 04
Beiträge: 912
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: Sa, 14.02.04, 15:13    Titel: Querel Antworten mit Zitat

...dieser Film ist vielleicht nett mal zu sehen da die Kameraführung wirklich interessant ist und der Film einen eigenen Touch hat wie z.Bsp. Snatch o.ä. Filme, aber auf keinen Fall würd mir jetzt was vergleichbares einfallen...

Inhaltlich wurde der Film hier ja schon ausführlich beschrieben, daher spar ich mir das.

Er war letzten Mittwoch in der Sneak, ich konnte mich aber nicht überreden ihn bis zum Ende anzusehen...was nix heißen soll.

Mein Tip an dieser Stelle....wartet bis er für daheim verfügbar ist, Kino lohnt sich nicht....
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jan (27) Geschlecht: Männlich
Ortskenner


Dabei seit: Jan 04
Beiträge: 342
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: Mo, 16.02.04, 00:12    Titel: Antworten mit Zitat

ja, ich war auch inner sneak und hab ihn zu ende geguckt...
Ich muss gestehen, das ich ihn direkt nachdem kino nicht so gut fand, doch je länger er hin ist und je mehr man ein bisschen drüber nachdenkt finde ich ihn eigentlich ganz in ordnung... würde aber auch nciht unbedingt nochmal rein gehen...
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Arne (32) Geschlecht: Männlich
Wahrer Paderborner


Dabei seit: Jun 03
Beiträge: 1261
Wohnort: Brilon / Paderborn

BeitragVerfasst am: Mo, 16.02.04, 00:45    Titel: Antworten mit Zitat

Habe ihn auch in der Sneka gesehen und bin ca. nach 45 Minuten gegangen. Ich muß auch sagen das er zu anfang langweilig war und es nach einiger Zeit besser wurde. So im nachhinein würde ich auch sagen das ich überlege wie es wohl aus- bzw. weitergegangen ist...
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Kernelkiller (31) Geschlecht: Männlich
Stadtbekannt


Dabei seit: März 03
Beiträge: 609
Wohnort: Paderborn - Wewer

BeitragVerfasst am: Mo, 16.02.04, 09:26    Titel: Antworten mit Zitat

ebenfalls Sneak, ebenfalls frühzeitig gegangen Confused

Grund: Miserable Shocked

Also so einen kranken Psychofilm hab ich echt schon lange nicht mehr gesehen....fürchterlich

Vielleicht bin ich einfach der falsche Typ für "sowas" Twisted Evil
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nici (33) Geschlecht: Weiblich
Moderatrice


Dabei seit: Jan 04
Beiträge: 912
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: Mo, 16.02.04, 09:33    Titel: ...echt? Antworten mit Zitat

Echt, war der dann doch noch so krank Smile Bin ich anscheind noch einigermaßen zeitig abgehauen....

Hatte mir von Katie Holmes viel versprochen....aber nun gut, vielleicht beim nächsten Mal. Mich wundert eh das die Kleine so wenig im Kino vertreten ist, denn eigentlich ist sie ne gute Schauspielerin...
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Nobby (27) Geschlecht: Männlich
Admin a.D.


Dabei seit: Nov 02
Beiträge: 8026
Wohnort: Heidelberg

BeitragVerfasst am: Mo, 16.02.04, 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Gut, dass ich nicht früher gegangen bin, sonst hätte der Film nur einen Punkt bekommen. Das Ende hat jede Menge wieder rausgeholt... Cool
Achja, "kranker Psychofilm"? Bitte??? Waren wir im gleichen Film?

cu.
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manew (33) Geschlecht: Männlich
Tech-Admin


Dabei seit: Mai 03
Beiträge: 547
Wohnort: An der Stümpelschen Mühle

BeitragVerfasst am: Mo, 16.02.04, 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Die erste Hälfte des Filmes war wirklich langweilig und ich habe mich (und meine Nachbarn *G*) gefragt wann eigentlich mal wieder ein normaler Film in der Sneak kommt.

Der Film hat sich aber wirklich gut entwickelt, sogar der langweilige Anfang machte dann Sinn, da die bedrückende Stimmung damit doch ganz gut rüberkam. Die fehlende Hintergrundmusik trug eben auch dazu bei, dass die Handlung sehr nüchtern und wirklich wirkte, als wenn man tatsächlich daneben steht.... So wollen wir unser Leben aber eben nicht sehen. In den Film kann man wirklich viel hineininterpretieren, anfangs glaubte ich auch, Ihn vorhersagen zu können, doch der Film hat mich überrascht.
Mitten in der fast banalen Handlung werden Dialoge geführt, über deren tieferen Sinn man durchaus länger dikutieren kann. Viele Vorurteile, die in unserer Gesellschaft herrschen werden auch auf die Schippe genommen.
Die verschiendenen Charaktere werden nach meiner Ansicht sehr gut dargestellt...

Fazit: Ein ungewöhnlicher Film, der es schaffte, dass ich über vermeintlich dämliche Szenen doch noch mal nachdachte und viele Kleinigkeiten dann wieder einen Sinn ergaben.
Auch wenn ich mir den Film nicht unbedingt ein zweites Mal anschauen würde, dafür dauerte der erste Teil zu lange, so bin ich doch froh, dass ich Ihn bis zum Ende gesehen habe.

In welchen Film raucht schon die krebskranke Mutter mit Ihrem Sohn ne Tüte auf dem Klo und wird trotzdem ernstgenommen?

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