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Open Range - Weites Land

 
Open Range - Weites Land Regisseur: Kevin Costner Genre: Western / Drama / Action
Darsteller: Robert Duvall, Kevin Costner, Annette Bening
Inhalt: In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts weiden die landlosen Cowboys Boss Spearman (Robert Duvall) und Charley Waite (Kevin Costner) ihre stattliche Rinder- und Pferdeherde mit Hilfe des Vormanns Mose und des sechszehnjährigen Button auf...   mehr
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Nobby (27) Geschlecht: Männlich
Admin a.D.


Dabei seit: Nov 02
Beiträge: 8026
Wohnort: Heidelberg

BeitragVerfasst am: Di, 03.02.04, 04:35    Titel: Open Range - Weites Land Antworten mit Zitat

Diese Filmkritik wird präsentiert vom Kinopolis Paderborn und kino.pader.de.

"Open Range - Weites Land" macht seinem Namen alle Ehre. Seine Erzählweise gleicht nämlich tatsächlich einem Ritt über weites Land: ruhig und gemächlich. Hinzukommen die faszinierenden Landschaften des weiten Westen Kanadas, wo dieser moderate Western gedreht wurde.

Es handelt sich hierbei um eine sehr realistische und authentisch wirkende Pferdeoper, die vor allem durch ihre kleinen Details überzeugt. Werden Cowboys im klassischen Western doch oft fälschlicherweise als Revolvermachos dargestellt, bekommt man hier endlich den Cowboy als Herdentreiber und Viehjungen vorgesetzt, der wochenlang in der Natur unterwegs ist und ihr oft recht schutzlos ausgeliefert ist. So haben die Protagonisten beispielsweise mit einem im Matsch versunkenen Viehkarren zu kämpfen und mit überschwemmten Straßen, die nur mit Brettern begehbar sind.

Doch handelt es sich bei diesem Film keineswegs um einen pseudo-dokumentarischen Naturfilm. Die Cowboys Boss Spearman (Robert Duvall), Charley Waite (Regisseur Kevin Costner), Mose und Button wollen ihre Pferde friedlich auf den Weiden des skrupellosen Rinderbarons Baxter grasen lassen, doch dieser spielt da nicht mit und versucht die vier mit allen Mitteln zu vertreiben. Als infolgedessen Mose und auch Button von Baxters Männern schwer verletzt werden, werden Boss und Charley langsam sauer und beginnen sich gegen Baxters Truppe und einen korrupten Sheriff zu wehren, auch wenn sie dabei äußerste Geduld beweisen. Über das Vorleben der beiden Protagonisten wird dabei zwar nicht viel geredet, aber dennoch erfährt man im Laufe der 139 Filmminuten immer mehr von der dubiosen Vergangenheit des wortkargen Charley. Und obwohl die beiden es langsam und auch durchaus humorvoll angehen lassen, wird der Film gegen Ende sehr spannend und kann sogar mit einem furiosen Finale aufwarten, welches keineswegs mit Effekten protzt, sondern nur durch seine realistische Machart besticht, und bei dem auch wieder die Detailverliebtheit Costners beobachtet werden kann (z.B. sind die Gewehrschüsse realistischerweise absolut ohrenbetäubend).

Trotz der untypischen Cowboyfiguren findet man in diesem Film viele der klassischen Westernelemente und -gesten wieder. Das gerät jedoch leider zum Nachteil, wenn die saftigen Weiden mit Weichzeichner und einem hechelndem Hund im Vordergrund dargestellt werden und vereinzelte Szenen unweigerlich an den kurz zuvor gesehenen Marlboro-Werbespot erinnern. Doch dagegen ist vermutlich kein echter Western gefeit...

Die Besetzung für diesen Film könnte besser nicht sein. Kevin Costner hat sich sich selbst clevererweise eher zur Nebenrolle degradiert und überlässt das Spielfeld dem sympathischen Robert Duvall, der seine Rolle wirklich exzellent ausfüllt. Auch Annette Bening als Ärztin und mit Charley liebäugelnde Sue weiß durchaus zu überzeugen. So wachsen einem die Charaktere wirklich ans Herz und erst dadurch entsteht die Spannung im Finale. Die Zeitschrift cinema schrieb dazu sehr treffend: "Hier zählt jeder Schuss, und jeder Schuss tut weh."

Fazit: Ein ganz großer Western, der für alle, die es nicht eilig haben, sehr zu empfehlen ist. Großartige Landschaften und überzeugende Schauspieler runden dieses Werk trotz gewisser erzähltechnischer Längen ab.
Note: 8 von 10 Punkten

cu.
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come on sucker, lick my battery.
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merc Geschlecht: Männlich
Admin a.D.


Dabei seit: Feb 03
Beiträge: 2040

BeitragVerfasst am: Mi, 04.02.04, 23:54    Titel: Filmkritik zu Antworten mit Zitat

Diese Filmkritik wird präsentiert vom Kinopolis Paderborn und kino.pader.de.

Eine Hand voll Cowboys treiben ihr Vieh durchs Land. Sie beschließen ein Nachtlager zu errichten, da sich ein bedrohliches Gewitter anbahnt. Sie warten den Sturm in einem provisorisch errichteten Unterstand ab. Am nächsten Morgen machen sie sich daran, den im Schlamm versunkenen Wagen wieder fahrtüchtig zu machen und sammeln die weidenden Tiere ein. [...]

Ein Film kann kaum unspektakulärer beginnen!
'Open Range' - in der deutschen Fassung mit "Weites Land" sehr unzureichend übersetzt - beschreibt nämlich in erster Linie eine historische Epoche, in der Cowboys ihre Rinder dort grasen lassen, wo saftige Weiden vorhanden sind und später, wenn das Vieh schlachtreif geworden ist, zu den nächst gelegenen Bahnstationen treibt.
Man kann mit 'Open Range' auch eine Produktionsweise beschreiben, die den Bedürfnissen am Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs entsprach. Neue Technologien, wie z.B. ausgereifte Kühltechniken, ließen den Markt für Rindfleisch im Osten der USA expandieren. Zugleich hat die Armee neue Weiden im Westen erschlossen. Und die Eisenbahn, als neustes Verkehrsmittel dieser Zeitepoche, ermöglichte den Transport der Rinder bzw. des Fleisches. Dieses "System" geriet jedoch in Konflikt mit den Interessen von Großgrundbesitzern...

Genau davon handelt auch der Film. Es ist ein klassischer Western, zwar millionenmal erzählt, aber selten so packend wie in diesem Fall. Costner, Duvall und Bening überzeugen als Protagonisten mit ihrer Entschlossenheit und vor allem mit ihrer sprachlichen Gabe ohne Umschweife zur Sache zu kommen. Neben einer zarten Liebesgeschichte zwischen Coster und Bening und einer wirklich sehr sorgfältigen choreographierten Schießerei am Schluss des Films, welche übrigens einen quälend langatmigen "Tanz des Todes" darstellt, in dem die Gewehr- und Pistolenkugeln mit ohrenbetäubendem Sound Holz und Knochen zersplittern lassen, glänzt dieser Western außerdem mit seiner Geschichte.

Doch so modern dieser Western auch ist, er behält die klassischen und traditionellen Stilmittel des Genre bei, unterwirft sich diesen jedoch nicht ein einziges Mal. Im Wesentlichen geht es auch in diesem Western eigentlich immer nur um die Auseinandersetzung mit der Geschichte der USA. Gary Sinise's Verfilmung von John Steinbeck's "Von Mäusen und Menschen" (Of Mice and Men) hat es vorgemacht, wie der "American Dream" für Minderheiten zum "Nightmare" werden kann. In Open Range passiert jedoch das Gegenteil. Die Hoffnung auf die Erfüllung dieses Traums, u.a. nämlich die Bewahrung der Freiheit und die Chancengleichheit für jedes Individuum, kann in Erfüllung gehen. Dieser Film vermittelt etwas wie eine Sehnsucht nach einer Perspektive für die Menschheit, sie vermittelt quasi eine Perspektive, wie sie die "frontier" damals noch zu bieten schien.

Fazit: Ein moderner und zugleich klassischer Western, der nicht nur mit Detailgenauigkeit und schönen Panorama-Bildern überzeugt, sondern zugleich eine ausgereifte Geschichte bietet, die einen Einblick in die sozialen Verhältnisse der damaligen Zeit erlaubt.

Note: 9 von 10 Punkten
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